Auf der einen Seite bin ich es. Nach Jahren der Therapie und Selbstreflexion – plus regelmäßige Stress abbauende Box-Trainings sowie Antidepressiva – habe ich endlich Selbstmitgefühl entwickelt. Ja, ich war dazu verleitet, meine Emotionen herunterzuspielen und zu denken:
Jetzt reiß dich mal zusammen! Im Vergleich zu dem, was gerade in der Welt abgeht ist deine kleine Trennung ja wohl ein Witz! Aber ich beschloss, keine Schuldgefühle zu haben und mir selbst zu erlauben, zu trauern. Das ist nämlich extrem wichtig, wenn du eine Trennung verarbeiten willst – sagt auch Jennifer Hollinshead, die Gründerin und klinische Leiterin der Beratungsstelle
Peak Resilience in Vancouver. Sie sagt, der erste Schritt ist, sich nicht auch noch dafür fertig zu machen, dass man traurig ist, keine Liebe zu haben. „Stelle fest: Ich wünsche mir Liebe. Das ist ein Bedürfnis, dass ich habe und das gerade nicht erfüllt wird. Also bin ich natürlich traurig.“ Und das ist auch vollkommen okay.